Forschung

Dissertationsschrift:
»Die Musterhaftigkeit erbaulicher Textsorten des Deutschen.
Eine quantitativ-qualitative Untersuchung der erbaulichen Prosaschrift und der evangelischen Leichenpredigt des 17. Jahrhunderts«

Diss. Univ. Paderborn, Paderborn 2024. DOI: 10.17619/UNIPB/1-1989.

In meiner Dissertationsschrift gehe ich der Frage nach, wie die protestantische Leichenpredigt und die erbauliche Prosaschrift des 17. Jahrhunderts als Textsorten beschrieben werden können. Inhaltlich begibt sich die Arbeit auf die Suche nach Merkmalen dieser erbaulichen Textsorten, die sich musterhaft an der Textoberfläche zeigen, aber Rückschlüsse auf die funktionale, thematische, soziale, stilistische und intertextuelle Dimension von Texten erlauben. Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt, der quantitative Analysen und qualitative Auswertungen kombiniert. Muster, die automatisiert an der sprachlichen Oberfläche greifbar sind, werden in der Breite erhoben und statistisch ausgewertet.

Abb. 1: Zugrundegelegtes Analyseschema mit Erweiterung um die Wahlmöglichkeiten (Abb. 127 der Dissertationsschrift)
Abb. 127

Die Arbeit stützt sich wesentlich auf theoretische Grundlagen der Textsortenlinguistik ebenso wie auf bereits vorhandene Forschungsergebnisse der historischen Linguistik zu den Mustern erbaulicher Textsorten. Die Untersuchungen erfolgen korpusvergleichend, sowohl in Bezug auf die betrachteten erbaulichen Textsorten als auch in Hinblick auf ein Referenzkorpus aus diversen Textsorten. Auf diese Weise können statistisch fundierte Ergebnisse auf breiter Korpusgrundlage gewonnen werden. Zugrunde liegen die Korpora des Deutschen Textarchivs.

Die Arbeit versteht sich als Beitrag zu einer text- und korpuslinguistischen Methodik, um historische Textsorten in ihrer Musterhaftigkeit zu erschließen und diese Muster hinsichtlich ihrer kontextuellen Aussagekraft, ihrer Bewirkungsfunktionen und folglich kulturanalytisch einzuordnen.

Mit der Erbauungsliteratur des 17. Jhs. wird ein Genre in den Blick genommen, das die Stärkung und Weisung der Christen und der christlichen Gemeinde zum Ziel hatte und damit einen festen Sitz im Leben aller gesellschaftlichen Schichten einnahm. Ihre Bedeutung für die Kultur- und Sprachgeschichte kann daher kaum überschätzt werden.

Abb. 2: Modell für die intendierte Rezeption von Erbauungsliteratur (Abb. 126 der Dissertationsschrift)
Abb. 126

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Projekte (Auswahl)

Deutsches Textarchiv

DFG-finanziertes Projekt an der BBAW

Ziel war der Aufbau eines Korpus aus Texten des historischen Neuhochdeutschen (ca. 1600-1900) als Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Hierbei war ich an der Digitalisierung historischer Quellen beteiligt und besonders für die Entwicklung des DTA-Basisformats, eines TEI-Formats für die einheitliche textuelle Auszeichnung von Quellen des historischen Neuhochdeutschen verantwortlich.

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Evolution komplexer Textmuster

DFG-finanziertes Projekt an der BBAW und der Universität Paderborn

Ziel war die Untersuchung der signifikanten Muster von erbaulichen Textsorten des 17./18. Jhs. und Pressetextsorten des 19./20. Jhs. in Hinblick auf universelle Beschreibungskategorien von Textmustern. Im Rahmen dieses Projekts beendete ich meine Dissertation.

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CLARIN-D

BMBF-finanziertes Projekt an der BBAW und weiteren Standorten

Projektziel war die Entwicklung und Zusammenführung von Ressourcen für die Sprachverarbeitung. Ich war verantwortlich für die Kuration historischer Ressourcen für das Deutsche Textarchiv sowie involviert in verschiedene Arbeitsgruppen, insbes. die Metadata Curation Taskforce.

Teilprojekt von CLARIN-EU

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Martin Bucers Deutsche Schriften

Vorhaben an der HAdW

Edition der deutschen Schriften des Reformators Martin Bucer (1491-1551). Meine Verantwortung galt der Bearbeitung des Bandes 15, der die Schriften zur Reichsreligionspolitik der Jahre 1545/46 enthält (erschienen Gütersloh 2012).

Retrodigitalisierte Edition

Portrait M. Bucer